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Sozialpaedagogikstudium

Sozialpädagogik Studium

Sozialpädagogik war bis zum Jahr 1971 ausschließlich unter dem Namen „Jugendleiterin“ als Frauenberuf bekannt. Um die Ausbildung als „Jugendleiterin“ wahrnehmen zu können, belegten Interessentinnen sogenannte „Jugendleiterinnenseminare“, später absolvierten sie auch die „Höhere Fachschule für Jugendleiterinnen“. Erst seit dem 13. März 1967 ist die Arbeit der ehemaligen „Jugendleiterinnen“ als Sozialpädagogik bekannt. Der Beruf gilt fortan nicht mehr als ausschließlicher Frauenberuf, sodass es sowohl staatlich anerkannte Sozialpädagoginnen, als auch staatlich anerkannte Sozialpädagogen gibt.

Sozialpädagogik und ihre Disziplinen

In der Sozialpädagogik sind unterschiedliche Disziplinen bekannt, die mit dem Bereich eng verknüpft sind. Nachbardisziplinen und Bezugswissenschaften stellen insbesondere die Psychologie und die Soziologie dar, aber auch die Erziehungswissenschaften und die Philosophie nehmen einen großen Bereich innerhalb der Sozialpädagogik ein. Des Weiteren greifen Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen auf die Rechtswissenschaften, die (Sozial-)Medizin und die (Sozial-)Wirtschaft zurück. Hinzu kommen Themenbereiche aus der Politologie, den Kulturwissenschaften sowie mitunter auch aus der Theologie.

Methoden der Sozialpädagogik

Innerhalb der Sozialpädagogik werden verschiedene Methoden angewandt, die sich in der Praxis häufig vermischen. Es ist selten, dass nur eine dieser Methoden allein Anwendung findet. Zum einen gibt es die Einzelfallarbeit, in der es konkret um die Verbesserung der Lebensverhältnisse eines Individuums geht. Zum anderen gibt es die soziale Gruppenarbeit, in der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen soziale Kernkompetenzen gemeinsam mit der Gruppe erarbeiten. Des Weiteren ist auch die Gemeinwesensarbeit und das Quartiersmanagement eine Methode innerhalb der Sozialpädagogik. Hierbei geht es darum, Sozialarbeit zu leisten und sozialräumliche Strukturen zu verbessern.

Abgrenzung zu anderen Fachbereichen

Häufig werden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen auch als Sozialarbeiterinnen bzw. als Sozialarbeiter betitelt. Es gibt jedoch Unterschiede. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter greifen auf die drei klassischen Methoden zurück, während Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen häufig vermitteln und lehren. Seit der Bologna-Reform werden die beiden Bereiche allerdings in einem Studiengang zusammengefasst, sodass Absolventinnen und Absolventen häufig „Sozialpädagogik/Soziale Arbeit“ studieren. Die Begriffe werden aus diesem Grund im Folgenden weitgehend synonym verwendet. Es gibt außerdem weitere ergänzende Studiengänge, Fächer und Teilbereiche, die sich durch ihren besonderen Schwerpunkt auszeichnen. Zu nennen ist hier das Sozialmanagement, welches sich vorwiegend damit beschäftigt, Organisationen und Unternehmen innerhalb der Sozialwirtschaft zu organisieren. Hierzu zählen zum Beispiel Kommunalverwaltungen, aber auch Jugendämter und Vereine. Mit Sozialwissenschaften, auch Gesellschaftswissenschaften genannt, ist hingegen die Wissenschaft gemeint, die das gesellschaftliche Zusammenleben der Menschen theoretisch und empirisch untersucht. Sozialwesen wird dagegen eine Säule der sozialen Marktwirtschaft genannt, die zu einer Grundaufgabe des Staates zählt. Als letztes ist auch der Begriff der Sozialwirtschaft zu nennen. Die Sozialwirtschaft ist Teil des Wirtschaftssystems und befasst sich mit Leistungen, die für eine Gesellschaft von Nutzen sind. Alle Bereiche sind eng mit der Sozialpädagogik bzw. der Sozialen Arbeit verknüpft und spielen deshalb während der Ausübung der Tätigkeit, aber auch beim Erlernen der Tätigkeit - zumindest je nach Schwerpunkt - eine mehr oder minder tragende Rolle.

Das Studium der Sozialpädagogik

Wer Sozialpädagogin bzw. Sozialpädagoge werden möchte schließt in aller Regel ein Studium der Sozialpädagogik bzw. der Sozialen Arbeit ab. Es handelt sich hierbei um ein eigenständiges Studienfach, welches als Bachelor- und Masterstudiengang angeboten wird. Interessentinnen und Interessenten können aber auch einen erziehungswissenschaftlichen Studiengang wählen und sich dann innerhalb der Sozialpädagogik spezialisieren. Des Weiteren werden sozialpädagogische Themenbereiche in Lehramtsstudiengängen behandelt.

Die Inhalte des Sozialpädagogik-Studiums

Je nach Schwerpunkt des Studiums kommen unterschiedliche Inhalte zum Tragen. In aller Regel gelten die Wissenschaft der Sozialen Arbeit, die methodischen, sozialwissenschaftlichen und erziehungswissenschaftlichen Grundlagen sowie die Grundlagen der Sozialwirtschaft und das Recht des Sozialen als Pflichtfächer und -module an einer Hochschule. Neben diesen Fächern, die jede Studentin und jeder Student wahrnehmen muss, gibt es auch frei wählbare Fächer. Hierzu zählen Fächer wie die interkulturelle Soziale Arbeit, das Recht in einem speziellen Fall und spezialisierende Bildungsthemen sowie Medien, Kommunikation und Interaktion. Studentinnen und Studenten schließen ihr Studium der Sozialpädagogik bzw. der Sozialen Arbeit mit dem Bachelor of Arts ab. Es handelt sich hierbei um den ersten berufsqualifizierenden Abschluss. Ein solches Studium kommt vor allem für Personen infrage, die sich gerne mit ihren Mitmenschen, sich selbst, der Gesellschaft und deren Strukturen auseinandersetzen. Ferner sollten die angehenden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen an der Kommunikation, der Psychologie sowie der Auseinandersetzung mit anderen Menschen interessiert sein. Aus schulischer Sicht empfiehlt sich außerdem das Fach „Sozialkunde“ oder „Politik“, sodass Interessentinnen und Interessenten Kenntnisse über die Gesellschaft sowie über politische Strukturen erhalten. Es ist zudem sinnvoll, sich mit Englisch und Deutsch sowie mit Recht und Religionslehre zu beschäftigen. Das liegt zum einen daran, dass die Arbeit an rechtliche Gegebenheiten gebunden ist und zum anderen kirchliche Einrichtungen zu den größten Arbeitgebern in diesem Bereich zählen interessieren.

Kosten eines Sozialpädagogik-Studiums

Die Kosten sowie die Zulassungsvoraussetzungen können jedoch von Fernuniversität zu Fernuniversität variieren, sodass hierbei keine allgemeingültige Aussage möglich ist. Zusätzlich zu den Fernlehrgängen können Interessentinnen und Interessenten auch ein duales Studium beginnen. Zahlreiche Hochschulen bieten eine solche Möglichkeite an. So können sich angehende Studentinnen und Studenten beispielsweise für die Duale Hochschule Baden-Württemberg in Villingen-Schwenningen entscheiden und dort Soziale Arbeit studieren oder sich für die HSAP, die Hochschule für angewandte Pädagogik, entscheiden und dort Sozialpädagogik studieren. Auch in diesem Fall gibt es unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen, Annahmeverfahren sowie Kosten. Alle Studiengänge der Sozialpädagogik sowie der Sozialen Arbeit kosten an staatlichen Hochschulen zwischen rund 300 bis rund 500 Euro pro Semester. An privaten Hochschulen, insbesondere an Fernhochschulen, kann es zu starken Abweichungen kommen. Hier ist meist ein monatlicher Beitrag fällig. Studentinnen und Studenten sollten außerdem die Kosten für die Einschreibung, mögliche Verwaltungsgebühren, die eventuelle studentische Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Miete und die generellen Lebenshaltungskosten berücksichtigen. Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger müssen je nach Standort und Laufbahn außerdem die zusätzlichen Gebühren für ein Zweitstudium tragen. Um die Kosten für das Studium und das Leben zu sichern, können Studentinnen und Studenten diverse Studienförderungen in Anspruch nehmen. Sie haben, je nachdem, zum Beispiel Anspruch auf BAföG, den Bildungskredit, den Studienkredit oder ein Stipendium. Ist keine Förderung möglich, können die angehenden Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen zudem einem Studentenjob nachgehen. Hierbei spielt jedoch insbesondere die weitere Auslastung eine Rolle. So ist ein Studentenjob meist nur für all jene möglich, die sich innerhalb des Bachelorstudiums an einer (Fach-) Hochschule oder Universität befinden. Bei einem dualen Studium ist eine Nebenbeschäftigung kaum möglich. Hierbei erzielen die Studentinnen und Studenten jedoch bereits ein Einkommen, sodass sie sich in der Regel besser finanzieren können. Wer das Angebot eines Fernlehrgangs in Anspruch nimmt, sollte nebenbei weiter arbeiten gehen. Für Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger ist ein solcher Schritt deshalb oft ideal. Tagsüber können die Studentinnen und Studenten ihrer gewohnten Tätigkeit nachgehen, während sie nach Feierabend ihr Studium weiter vorantreiben.

Berufseinstieg: Zwischen Studium und Beruf

Nach dem Bachelorstudium können die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen bereits eine Anstellung suchen. Es ist allerdings ratsam, bereits während des Studiums erste Kontakte zu knüpfen. Praktika und ein mögliches Praxissemester können einen ersten Schritt in die Berufswelt darstellen. Das ist nicht nur für Absolventinnen und Absolventen sinnvoll, sondern auch schon für Studentinnen und Studenten. Auf diese Weise können sie herausfinden, ob eine bestimmte Richtung ihnen besonders viel Freude bereitet oder auch nicht. Das liegt vor allem daran, dass Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen nach ihrem Studium in zahlreichen Bereichen eine Anstellung finden können. So ist es sinnvoll, sich bereits während des Studiums zu spezialisieren. Entsprechende Schlüssel- und Zusatzqualifikationen können hierbei eine erste Richtung vorgeben. Absolventinnen und Absolventen sollten nach ihrem Studium einen Schwerpunkt bestimmen und sich auf passende Stellenangebote bewerben. Es lohnt sich außerdem, Weiterbildungen anzunehmen, da Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen stets auf dem aktuellsten Stand sein müssen. Das ständig erneuerte Fachwissen sorgt außerdem neben der Spezialisierung auch für bessere Berufschancen. Wer sich nach dem Studium weiter spezialisieren möchte, kann außerdem ein vertiefendes Zweitstudium mit Bachelorabschluss beginnen, sich für ein passendes aufbauendes Masterstudium einschreiben oder sich für Betriebspraktika bewerben, um Praxiserfahrungen zu sammeln. Nach dem Studium können die Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen aber auch den Schritt in die Selbständigkeit wagen und zum Beispiel eine soziale Einrichtung eröffnen. Fundierte Kenntnisse innerhalb des Sozialmanagements sind hierbei allerdings unabdingbar.

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